Zugvogel

Wohin es den Zugvogel zieht, weiß ich noch nicht. Zuviel habe ich mit der Veröffentlichung meines Buches um die Ohren. Aber bald wird ein neuer Abschnitt in meinem Leben beginnen.

Hier auf der Seite Zugvogel werde ich darüber berichten.

Eines will ich verraten. Eine große Reise, die über Jahre geht, wird es vorerst nicht geben, da mir vor eineinhalb Jahren eine Katze zugelaufen ist, die jetzt bei mir wohnt. Aber es gibt noch Versprechen einzulösen, denn:

Versprochen ist versprochen

Ich habe versprochen wiederzukommen. Dieses Versprechen habe ich auf meiner Reise nur sehr sparsam und mit Bedacht gegeben. Wissend, dass es wirkliches Interesse bedeutet und möglicherweise Jahre dauert, es einzulösen.

Versprochen habe ich es den Bewohnern von Bang Dou und den Kindern von Thinggangou. Auch einigen anderen Menschen, die ich auf meiner Reise kennen und schätzen gelernt habe. Aber wahrhaft bindend ist dieses Versprechen nur in den genannten zwei Fällen geblieben. Grund dafür sind die Tatsachen, dass ich einen kurzen Weg mit diesen Menschen gemeinsam, in einer mir bis dahin völlig fremden Welt, gehen konnte und es keinerlei Möglichkeit für mich gibt mit ihnen in Kontakt zu treten, es sei denn, ich löse mein Versprechen ein.

Irgendwann in nächster Zukunft werde ich mich also noch einmal auf den Weg machen und Bang Dou sowie Thinggangou besuchen.

Da ich ihre Welt nun sehr gut kenne, wird es mir auch möglich sein bessere und nützlichere Geschenke mitzubringen, als es bei meinem ersten Besuch möglich war. Ich bin sehr gespannt diese wunderbaren Menschen wieder zu sehen und einen weiteren kurzen Weg mit ihnen zu gehen. Wird es der Familie Xee Xa Ket inzwischen gut ergangen sein? Wird die damals 110-Jährige noch leben? Hat Bang Dou inzwischen Strom und ein Abwassersystem? Eher nicht. Ich werde sehen.

Auntu und Souena müssten jetzt 13 Jahre alt sein. Wie ist ihr Leben in Thinggangou in den vergangenen vier Jahren verlaufen? Ob es ihnen gut geht, sie gesund sind? Und die anderen Kinder? Die Mönche und der Abt? Ich bin gespannt.

Briefe an Thinggangou und Seth

Ob mein Brief mit den Kinderfotos je in Thinggangou angekommen ist weiß ich nicht. Ich hatte eine Zehn-Dollar-Note mit der Bitte, mir nach Deutschland zurückzuschreiben, zwischen die Fotos gelegt, damit er nicht sofort ertastbar ist. Gekommen ist nie etwas. Ebenso war es mit meinem Brief an Seth. Auch ihm habe ich Abzüge von Fotos aus Bang Dou geschickt und nie wieder von ihm gehört. Natürlich kann es in diesen Ländern immer sein, dass Briefe geöffnet und dann einfach weggeworfen werden, aber es ist auch gut möglich, dass die Empfänger einfach gar nicht wissen, wie man einen Brief verschickt oder einfach nicht die Möglichkeit dazu haben.

Um herauszufinden ob meine Fotos bei Seth und den Kindern von Thinggangou angekommen sind, werde ich wohl mein Versprechen einlösen müssen und eines Tages wieder dorthin reisen.

Also, nachdem Abenteuer ist vor dem Abenteuer.